Verhütung

“Verhütung” meint in der Regel die Schwangerschaftsverhütung oder Empfängnisverhütung. Die Verhütung ist ein zentrales Thema der Sexualaufklärung, die auch über die unterschiedlichen Methoden zur Verhütung einer Schwangerschaft aufklärt.

Die verschiedenen Verhütungsmethoden sind immer auch ein Abbild der Gesellschaft und des kulturellen Umfeldes sowie der zeitlichen Umstände im Rahmen der technischen, medizinischen und wissenschaftlichen Entwicklung. Die unsererseits favorisierte Methode ist die sympthothermale Verhütung und damit die Verhütung ohne Hormone, welche Aufgeklärtheit schafft und schaffen muss und Kenntnisse über den eigenen Körper vermittelt und voraussetzt.

Verhütung ist auch eine Frage der Einstellung

Bei der Frage um die richtige Verhütungsmethode muss sich die Frau eigentlich mit drei Verhütungsoptionen auseinandersetzen. Sie kann sich dazu entscheiden nicht zu verhüten, auf hormoneller Basis zu verhüten und ohne Hormone zu verhüten.

Auf keine Verhütung – also auf gut Glück – zu setzen, geht in den meisten Fällen schief, wenn nicht sexuelle Unfruchtbarkeit bei mindestens einem Sexualpartner oder biologische Inkompatibilität vorliegt. Das Austesten birgt das Risiko der ungewollten Schwangerschaft – eine medizinische Untersuchung kann aber im Vorhinein Aufklärung schaffen.

Verhütungsmethoden

  1. Verhütung mit Hormonen
    Die erste wirksame und zuverlässige Verhütungsmethode (Die “Pille”). Zusätzlich abewandelter Gestalt existiert die hormonelle Verhütung weiterhin, obwohl sie in extremer Weise in den Hormonhaushalt der Frau eingreift und oft mit mannigfaltigen Nebenwirkungen und Komplikationen einhergeht. Hierbei seine die Verhütungsspirale, der Verhütungring und das Verhütungspflaster genannt.
  2. Verhütung ohne Hormone
    Die einerseits vermutlich älteste und andererseits modernste Form der Verhütung.
  • Kondom
    Das Kondom besteht heute (meist) aus Latex und wird industriell gefertigt – es verhütet sicher und  schützt vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Schon in damaliger Zeit dienten Fischblasen und Därme der Verwirklichung des Kondomprinzips – wenn auch in sehr unzuverlässiger, aber nicht völlig aussichtsloser Version.
  • Symptothermale Verhütung
    Dank langjähriger Forschung und  Entwicklung bietet die Verhütung ohne Hormone in Form der symptothermalen Verhütungsmethode inzwischen eine zuverlässige Alternative der Verhütung ohne Kondom. Diese Verhütung ohne Hormone ist auf eine aufgeklärte Anwenderin angewiesen, die kein Desinteresse für ihren Körper an den Tag legt, sondern selbstbestimmt und auf natürliche Weise ihre sexuelle Aktivität lebt. Sie baut neben den Zyklusphasen der Möglichkeit des ungeschützten Geschlechtsverkehrs ohne Risiko einer Schwangerschaft auf die Abstinez oder die Anwendung des Kondoms und ist insofern eine dreifach kombinierte Methode.
Sexualhormone: Steroidgenesis
Sexualhormone

Geschichte der Verhütung

Die Geschichte der Verhütung  wird vermutlich begonnen haben, ohne dass heute noch Zeugnisse aus der frühesten Zeit existieren würden. Die Annahme über eine kausale Beziehung zwischen der Übertragung des Samens (Samenerguss) beim Geschlechtsverkehr, der zeitlich immer ähnlich (wenn auch nicht immer) darauffolgenden Schwangerschaft und der finalen Geburt dürften die Menschen seit jeher in Betracht gezogen haben. Der Grund sexueller Aktivität ist beim Menschen nun jedoch nicht automatisch immer mit einem bewussten Kinderwunsch verbunden.

Ungewollte Schwangerschaften hat es in der Geschichte der Menschen gewiss viele gegeben. Das Wissen und die Technik der Zeit gleichsam religiösen Einstellungen sowie gesellschaftlichen Strukturen und Konventionen machten einen “Schwangerschaftsabbruch” in den meisten Fällen praktisch unvertretbar oder undurchführbar oder ein solcher war einfach ein Zeichen sehr großer Verelendung und völliger Ausweglosigkeit in der subjektiven Wahrnehmung.

Der Idee der wirksamen und zuverlässigen Verhütung einer Schwangerschaft trotz Geschlechtsverkehrs stand die längste Zeit ein Mangel an biologischen sowie medizinischen Kenntnissen gegenüber. Und in gleicher Weise wie die Entwicklung fortgeschritten ist, hat sich auch die Stellung und die Einstellung der Frau in der Gesellschaft und in der Kultur verändert. Die Entdeckung der weiblichen Eizelle der Frau fand erst in der Neuzeit statt und hatte auf religiöser und metaphysischer Ebene langfristig eine durchschlagende Wirkungskraft, die sich in Folge auch  in der Gesellschaft Bahn brach und sich entfalten konnte.

Die sexuelle Selbstbestimmung der Frau, dass sie trotz Geschlechtsverkehr nicht schwanger werde, konnte erst die hormonelle Verhütung in Form der hormonellen Verhütungspille (Die “Pille”) herstellen. Der Verhütung mit Hormonen ist insofern eine zentrale Schlüsselrolle zugekommen und diese Schlüsselfunktion ist ihr in vielen Kulturkreisen auch heutzutage noch inhärent. Einer generellen Vorverurteilung der Pille stehen wir dementsprechend vehement entgegen – aber in gleicher Weise einer Ausblendung der Vorteile einer natürlichen Verhütung.

Bild von Mikael Häggström über Wikipedia

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