Sexualaufklärung

Der Wille und der Mut zur Aufklärung sind die ersten Beweggründe des Autors, eines Experten der “symptothermalen” Verhütungsmethode. Die Aufklärung des Einzelnen über seinen eigenen Körper, die Widerlegung von Irrlehren, Mythen und Stadtlegenden zu meistern, um Jugendliche in die Lage zu versetzen, verantwortlich und bewusst mit Thema Sexualität umzugehen ist das erklärte Ziel.

Einerseits stehen Themen wie Selbstbefriedigung, Penisgröße und Multipler Orgasmus als Tabu-Themen am Rande der Gesellschaft, andererseits sind gerade Kinder und Jugendliche nicht zuletzt auch aus diesem Grund für solch “exotische” Themen empfänglich. Angemessene sowie kinder- und jugendorientierte Aufklärung auf der Höhe der Zeit ist kaum zu finden. Vor allem herrscht eine horrende Fehlinformation vor über den weiblichen Zyklus und dessen Beobachtbarkeit.

Die Anwendung der “natürlichen”, in Tat und Wahrheit ökologischenVerhütung setzt voraus, den eigenen Körper zu kennen. Das Erlernen dieser Methode führt gleichsam zu einem solchen Kennenlernen und fördert das Verständnis für die natürlichen Abläufe und Prozesse des eigenen Körpers. Aktuell ist zu konstatieren, so befremdlich dies bei genauer Betrachtung auch sein mag, dass – bei aller Informationsflut und allen Bildungsangeboten, sich das Wissen um die eigene Sexualität und um die Abläufe des eigenen Körpers auf ein Minimum beschränkt und oft Mythen und naive Vorstellungen den Horizont unserer Kinder bestimmen – dies ist der Fall mangels umfassender Aufklärung.

Zum Beispiel liest man in den wichten Biologiebüchern wie im Linder durchaus einiges zum Frauenzyklus, aber alles in Hinsicht darauf , die Pille zu erklären und vorzuverkaufen. Dass eben dieses Wissen, wenn es korrekt und vollständig dargestellt ist, gebraucht werden kann, um die Pille gerade nicht schlucken zu müssen, wird systematisch unterschlagen. Eine Rolle spielt dabei auch die Sexualpädagogik.

Stattdessen wird dem überwiegenden Teil der Mädchen – ob ab einem bestimmten Alter oder auf Nachfrage des Kindes – die “Pille” (Verhütungspille) verschrieben. Nebenwirkung werden ausgeblendet, die Marketingbemühungen der Pharmaindustrie gaukeln eine heile und einfache Welt vor – Forschung und Lehre zur SexualitätFür all diejenigen, die keine Fragen stellen oder zu jung sind, kritisch abzuwägen.

Einen Versuch dazu  leistet das Buch von Harri Wettstein – einen Einblick gewinnen Sie in der Leseprobe.

Aufklärung und Forschung zur Sexualität finden Sie auch im Bereich Pornoforschung.
Medien zum Thema Pornoparodie haben wir hier bereitgestellt. Denn auch Humor und Ironie können die Augen öffnen und zum Nachdenken anregen.

Der Begriff „Aufklärung“ hat eine ehrenwerte Geschichte. Er wurde sogar durch Immanuel Kant in seinem Aufsatz „Was ist Aufklärung“ definiert:

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.“

Es herrscht heute die Meinung, die Jugend wisse alles in Sachen Sex; sie bräuchten deshalb keine Sexualaufklärung mehr, der Porno würde sie aus ihrer „selbstverschuldeten“ bzw. jugendbedingten Unmündigkeit heraushelfen. Ein verheerendes Fehlurteil! „Selbstverschuldet“ und demnach unaufgeklärt sind die Erwachsenen, die nicht wissen, wie sie vor der Jugend über Sex reden sollen. Diesbezüglich werden unsere Ausführungen echte Aufklärung schaffen. Die Jugend hat Anrecht auf eine unverfälschte und umsetzbare Sexualaufklärung.

Diese Art der Aufklärung spielt der Jugend Mittel und Wege in die Hand, die eigenen, aber selbstverantworteten Experimente bewusst zu erleben. Das Experimentieren liegt im Wesen einer jeden echten Aufklärung. Auch profa.ch anerkennt diesen Aspekt der Sexualaufklärung, wenn es dort heißt: „eine explizite Aufklärung stürzt sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse und anerkannte professionelle Kompetenzen“. Es gibt eine ausufernde Sexualliteratur, die vorgibt, wissenschaftliche Erkenntnisse über die Sexualität zu vermitteln; in Tat und Wahrheit stachelt sie jedoch nur die Lüsternheit an, um sich besser zu verkaufen. Es wäre einer ganz eigenen, sehr dringlichen Arbeit wert, diese Überfülle an Sexratgebern zu entlarven, die mehr am Aufgeileffekt interessiert sind, indem sie Tabubereiche brechen oder „ultimative“ Sexualexperimente vorgaukeln. Wir können hier nicht in dieses Labyrinth eintauchen. Wir möchten dennoch die Sexualauklärung im Diskurs halten.

Veranstaltungen:
Prof. Dr. Harri Wettstein hat hierzu am Sonntag – den 17.03.13 von 14:30 – 15:30 Uhr – im Forum Kinder-Jugend-Bildung in Halle 2 auf der Leipziger Buchmesse aus seinem Buch “Den Geheimcode des Körpers kennen” – Grundlagen der Sexualökologie gelesen und sich den Fragen und der Neugier des Auditoriums gestellt.

Über weitere Veranstaltungen Informieren wir Sie hier

Pressemitteilungen
Pressemitteilung: Buchmesse Leipzig 2013

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