Aufsätze

Eidgenössische Arbeitsgruppe: Sterbehilfe

Im Anschluss an einen parlamentarischen Vorstoss (Motion Ruffy, Waadtland) hat das Parlament Ende 1996 beschlossen, eine Arbeitsgruppe zur Überprüfung der Fragen rechtlicher und tatsächlicher Natur aus dem Umkreis der Sterbehilfe einzusetzen. Diese von Altständerätin Frau Josi Meier, Luzern, präsidierte Arbeitsgruppe zählt rund vierzehn Mitglieder. Darunter sind sieben Juristen, fünf Mediziner, eine Pflegerin und ein Ethiker. Die Gruppe hört sich zudem zahlreiche Experten an.

  1. Besteht angesichts der heute erlaubten Möglichkeiten der passiven Sterbehilfe sowie der mit einer Schmerztherapie verbundenen aktiv-indirekten Sterbehilfe überhaupt eine Notwendigkeit zur Änderung der strafrechtlichen Bestimmungen des geltenden Rechts?
  2. Lässt sich eine Regelung der aktiven Sterbehilfe gesetzgeberisch auf Extremfälle beschränken, ohne dass dabei in entscheidenden Punkten wiederum auf die ärztliche „lex artis” zurückgegriffen werden muss?
  3. In welcher Form könnte eine entsprechende gesetzgeberische Lösung getroffen werden?
  4. Würde die Straflosigkeit der aktiven Sterbehilfe in Grenzsituationen langfristig das Vertrauen der Allgemeinheit in das berufliche Handeln der Ärzte untergraben?
  5. Könnte eine derartige strafrechtliche Regelung mittelbar bewirken, dass kranke und alte Menschen unter Druck gesetzt werden, die Gesellschaft von ihrer „sozialbelastenden” Existenz zu befreien?

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Sterben in Würde

Würde im Sterben wird von ethisch entgegengesetzten Parteien gleicherweise beansprucht. Über das Ziel, die Würde, scheint man sich einig, nicht jedoch, wie dieses mysteriöse Ideal zu verwirklichen ist. Am einen Ende stehen die Right-to-life-Verfechter: Für sie verschmilzt Würde mit einer Art Heiligkeit des Lebens und dessen Erhaltung. Am anderen Ende argumentieren die Pro-choice-Vertreter: Für sie ist menschliche Würde am besten in der Selbstbestimmung aufgehoben. Neben den Befürwortern der Suizidhilfe und den Euthanasiegegnern sind die Förderer von Palliativheimen an die Öffentlichkeit getreten, die diesen geflügelten Ausdruck auf ihr Glanzpapier bringen. Die Vereinnahmung eines Begriffs, der auf etwas typisch Menschliches, ja das Positive im Menschen überhaupt zu verweisen scheint, trägt zur Klärung der Sterbehilfedebatte, bei der es um ganz konkrete Sterbehilfmassnahmen sowie um das Problem neuer Gesetze geht, nichts bei.

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