Verhütungspflaster

Bei dem Verhütungspflaster handelt es sich um ein Hormonpflaster, das bei Frauen zur Empfängnisverhütung eingesetzt wird – also nicht um die Verhütung ohne Hormone. Dabei funktioniert das Verhütungspflaster prinzipiell wie die Antibabypille. Die Wirkung besteht wie bei allen künstlichen Hormonpräparaten darin, dass der Eisprung abgewürgt wird; sodann wird das Lebenselixier am Muttermund (Gebärmutterhalsschleim) für die Spermien zu einer undurchdringlichen klebrigen Masse und der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium), in dem sich ein Embryo einnisten könnte, wird unterdrückt.

1x pro Woche muss das Verhütungspflaster gewechselt werden.
Nach 3 Wochen muss unbedingt eine 1-wöchige Pause erfolgen!

Anwendung des Verhütungspflasters

Das etwa 5 x 5 cm große Verhütungspflaster wird direkt auf die Haut geklebt. Dafür ist in den meisten Fällen der Bauch, der Oberkörper oder das Gesäß am besten geeignet. Es ist wichtig, dass das Verhütungspflaster auf einer sauberen, trockenen und unbehaarten Hautstelle angebracht wird, um die Funktionalität zu gewährleisten. Einmal pro Woche muss das Pflaster dann gewechselt werden. Nach drei Wochen muss unbedingt eine einwöchige Pause erfolgen. In dieser Woche setzt eine sogenannte Entzugsblutung ein.

Steckbrief: Verhütungspflaster

Markiert wie Schlachtvieh

Rezeptpflichtig: Ja
Anspruch an die Anwenderin: gering
Peral-Index: 0,88 (= sicher)
Hormone: Ja
Kosten: 10 Stück / ca. 50€, also auch 200 E pro Jahr
Beonderheit: Wechsel der Pflasterposition notwendig, verschiedene Nebenwirkungen

Die Sicherheit der Empfängnisverhütung beim Verhütungspflaster (Pearl-Index: 0,88) liegt auf der Höhe der Pille. Das Verhütungspflaster setzt kontinuierlich patentierbare, künstliche Östrogen und Gestagen (künstliches Progesteron) frei, dabei handelt es sich jeweils um 20 Mikrogramm Ethinylestradiol und 150 Mikrogramm Norelgestromin pro Tag. Die Hormone gelangen dabei über die Haut direkt in die Blutbahn. Hier finden Sie Informationen zur Verhütung ohne Hormone.

Was muss man bei der Verhütung mit dem Verhütungspflaster beachten?

Bei der Anwendung der Verhütungsmethoden durch künstliche Hormone ist das exakte Befolgen der Anleitungen – genau wie übrigens auch bei der symptohermalen Methode – ein wesentlicher Faktor, um die Verhütung einer Empfängnis zu sichern (Sexualaufklärung). (Vgl. dazu sympto.org-Klinische Studien). Was also tun, wenn sich das Verhütungspflaster plötzlich löst? Hält es den täglichen Belastungen wie An- und Ausziehen, Schwitzen beim Sport oder ein paar Runden im Pool stand?

Laut den Herstellern ist dies der Fall. Eine sogenannte Matrix-Technologie soll dafür sorgen, dass sich das Verhütungspflaster nicht von der Haut ablöst. Dafür sind der Kleber sowie die Hormone in einer Schicht zu einem sehr feinen Gitternetz verwoben. Nach Angaben der Hersteller soll es also keine Probleme geben, wenn die Anwenderin mit dem Pflaster badet, duscht oder in die Sauna geht.

Nichtsdestotrotz ist es bei rund 2% der Anwenderinnen schon vorgekommen, dass sich ein Verhütungspflaster von der Haut löste. Sollte dies geschehen, darf es nur dann auf die Haut geklebt werden, wenn es noch von selbst haftet. Ist dies nicht der Fall, muss ein neues verwendet werden. Um einer Ablösung des Pflasters vorzubeugen, sollten betreffende Hautstellen nicht mit Lotionen oder Cremes behandelt werden.

Für wen eignet sich das Verhütungspflaster?

Empfängnisverhütung durch das einfache Aufkleben eines Pflasters klingt zunächst unkompliziert und stressfrei. Doch ist es wirklich für alle Frauen geeignet? Das Verhütungspflaster ist für alle Frauen brauchbar, die die Pille vertragen, sich aber nicht an die Einnahmeregeln halten wollen oder können.

Das Anbringen des Verhütungspflaster erfolgt einmal wöchentlich, immer an einer anderen Stelle. Vor allem für Frauen die Magen-Darm-Beschwerden haben, kann das Verhütungspflaster, ähnlich wie der Verhütungsring oder das Verhütungsstäbchen, eine sinnvolle Alternative sein, wenn man sich für eine hormonelle Verhütung entscheidet.

Die Nebenwirkungen des Verhütungspflasters

Wie fast alle anderen Verhütungsmaßnahmen mit künstlichen Hormonen auch können beim Verhütungspflaster ebenfalls unangenehme Nebenwirkungen auftreten. Die ständige Abgabe von Hormonen in hohen Dosen durch das Pflaster können den Zyklus der Anwenderin stören – ihn zu verändern ist von vornherein das Ziel der aller Verhütungsmethoden mit Hormonen und Teil des Wirkungsprinzips.

Des Weiteren berichten Frauen von starken Spannungsgefühlen in der Brust oder häufig auftretender Übelkeit. Manche Frauen berichten von Akne und bei knapp einem Viertel der Frauen, die das Pflaster nutzen, kommt es zu Hautreizungen an jenen Stellen des Körpers, an denen das Verhütungspflaster aufgeklebt wurde.

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