Menarche

Die kommenden Ausführungen sind stark geprägt durch das sehr lebendige und revolutionäre Aufklärungsbuch „Was ist los in meinem Körper“ von Elisabeth Raith-Paula sowie durch meine teils auch kritischen Auseinandersetzungen damit in Den Geheimcode des Körpers kennen.

Erste Blutung | Die Menarche

Es herrscht die Meinung vor, die erste Blutung, die den wissenschaftlichen Namen „Menarche“ trägt, sei die „Geburtsstunde der jungen Frau“, wobei die Mütter ihren Töchtern dann beibringen: „Jetzt bist du kein kleines Mädchen mehr.“ Das stimmt aber so nicht: Aus dem Mädchen wird erst dann eine Frau, wenn der Zyklus sich eingependelt hat, was Monate, meist Jahre dauert. In unserer pillensüchtigen Gesellschaft kann das Mädchen diesen Prozess meist gar nicht mitverfolgen, da es „vorsichtshalber“ auf die Pille gesetzt wird, was die ganze Entwicklung ihrer Fruchtbarkeitsorgane beeinträchtigt. Dieses Abklemmen des noch nicht richtig herausgebildeten Eisprungsvorgangs kann sich später einmal zur Unfruchtbarkeit führen. Vielfach wird auch auf völlig absurde Weise ein jugendlicher Zyklus, der naturgemäß unregelmäßige Blutungen aufweist, durch die Pille „reguliert“ – verstümmelt müsste es eigentlich heißen – anstatt erste Schritte auf die Verhütung ohne Hormone zuzugehen.

Wie kann ein Mädchen aber feststellen, dass sich sein Zyklus eingespielt hat? Ganz einfach: indem es ihn beobachtet !Die sympto-App kann dabei helfen – mit ihr lassen sich Beobachtungsziele dokumentieren, um seinen Eisprung kennenzulernen. „Habe ich wirklich einen Eisprung zwischen zwei Perioden?“ Das ist die entscheidende Frage, die sich das Mädchen stellen muss. Bei diesem Vorgehen darf es davon ausgehen, dass sich sein Zyklus eingependelt hat, sobald es sechs Perioden hintereinander einen Eisprung feststellen konnte. Dann erst ist der Zeitpunkt gekommen, an dem es von sich sagen kann: „Jetzt bin ich eine Frau geworden“. Vorher nicht. Und ohne Zyklusbeobachtung tappt das Mädchen, tappen die meisten Frauen, in Bezug auf seinen Zyklus völlig im Dunkeln.

Diese andere Vorstellung der Jungfräulichkeit, wonach das Mädchen mit sechsmonatigen, erfolgreichen Zyklusbeobachtung erst zur Frau wird, wird in Den Geheimcode des Körpers kennen ausführlich besprochen; sie hat weite soziale Auswirkungen in Bezug auf die Selbstbestimmung der Frau. Emanzipation fängt mit dieser Selbstbeobachtung an und eben nicht, wie die Pharma den Mädchen einhämmert, mit dem tagtäglichen „Einwerfen“ der Pille und dem angemessenen Respekt vor dem Zyklus der Frau.

Vor der Menarche

Wochen ja Monate vor der Menarche verspürt das Mädchen den Beginn der verstärkten Östrogentätigkeit. An der Scheide kann es einen „Weißfluss“ feststellen. Wir haben im Anschluss an Raith-Paula diese Sekrete zum Lebenselixier umbenannt. Wenn nun diese Östrogentätigkeit sowie die Tätigkeit der anderen Geschlechtshormone schon einige Monate vor der Menarche eintritt, dann stellt sich die Frage, ob nicht schon vor der Menarche ein Eisprung erzeugt wird. In der Tat kann diese Frage bejaht werden. Es gibt Fälle, bei denen das Mädchen schon vor der ersten Blutung, der Menarche, ovuliert. Wie kann dieser prämenstruelle Eisprung bewiesen werden? Antwort: Man stellte vor allem in Südamerika fest, dass gewisse Mädchen schwanger wurden, bevor sie ihre erste Blutung hatten! (Mehr zur Menstruation)

Diesen Beweis könnte das Mädchen auf ganz andere Art ganz eigenständig erbringen, ohne ohnehin verfrühten Geschlechtsverkehr zu haben und ungewollt schwanger zu werden: Sobald ihr Elixierfluss spür- und sichtbar wird, sollte sie mit der Temperaturmessung beginnen und könnte dann mit der Höhepunktsbestimmung und einem richtigen Temperaturanstieg tatsächlich feststellen, ob vor der Menarche schon ein regelrechter Eisprung stattfand! Somit ist das erstmalige Auftreten des Elixiers das Schlüsselereignis im Leben des Mädchens, das einige Zeit schon vor der Menarche stattfindet, ja diese ankündigt, und nicht die Menarche selber. Zudem kann es mit dem Auftreten des Elixiers sagen: „Jetzt bin ich nicht mehr ein Mädchen“, aber es kann, wie oben dargelegt, noch längst nicht behaupten: „Jetzt bin ich eine junge Frau geworden.“

Raith-Paula schlägt ganz zu Recht vor, dass bei der Menarche ein großes Fest für das Mädchen veranstaltet werden sollte. In gewissen, sogenannt primitiven Kulturen war und ist das auch tatsächlich der Fall. Bei uns aber nicht. Im Grunde genommen hat das Mädchen aber Anrecht auf zwei verschiedene Feste: Das eine, nachdem es das Lebenselixier zum ersten Mal über mehrere Tage hinweg feststellen konnte, das andere am Tag seiner Menarche. Die Pillenindustrie profitiert ganz gewaltig von dieser immer noch verbliebenen Tabuzone um die Periode und hilft den Mädchen überhaupt nicht, seinen Körper anzunehmen, wie er ist, und an ihm zu arbeiten.

Menarche und Schmerzen

Natürlich spürt das Mädchen seine Menarche auch als etwas Unangenehmes: Es ist einerseits eine unbekannte Veränderung, da fließt Blut und sie ist häufig mit Schmerzen verbunden. Anstatt dass über dieses einmalige Phänomen offen gesprochen wird, herrscht peinliches Schweigen oder kommen nichtssagende Antworten wie „das ist normal in den Entwicklungsjahren“. Davon profitiert abermals die Hormonindustrie. Durch die Pille wird die Elixierproduktion eingedämmt (es kommen also weniger „Verunreinigungen“ in den Slip), werden die Regelschmerzen eingedämmt. Statt dass also das Mädchen lernt, wie es mit den Regeltagen zurecht kommen kann, wird ihm diese Entwicklungsmöglichkeit durch die Hormone vorenthalten und abgeschnitten.

Wie das Mädchen, wie eine Frau mit Regelschmerzen besser umgehen lernt, ist in Den Geheimcodes des Körpers ausführlich dokumentiert.

Periodedauer

In einem gesunden Zustand (Zyklus der Frau) ist die Periode nach 4 – 5 Tage vorüber; sobald sie länger dauert, sollte sich die Frau vergewissern, dass sie nicht unter einem Magnesiummangel steht. Eine Magnesiumkur kann übrigens nie schaden. Neben der echten Periode gibt es aber verschiedene andere Blutungsarten, die durch die Zyklusbeobachtungen genau identifiziert werden können. Nur die echte Periode (Menstruation) kennzeichnet einen neuen Zyklusbeginn. Das wissen die wenigsten Frauen. Mehr dazu auf sympto.org.

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